misses reist um die Welt

Lebendig, authentisch, königlich: Yoghya ist eine Liebe auf den zweiten Blick

Pferdekutschen, Fahrradrikschas und geheimnisvolle Ecken, das ist Yoghyakarta, der zentrale Ort auf der Insel Java. Von seinen Bewohnern liebevoll Yoghya genannt.
Heiß ist es, und unübersichtlich. Letzteres betrifft zumindest das Nahverkehrssystem der Busse. Aber es gibt zumindest Buslinien in Yoghyakarta, und die funktionieren mit einem ausgeklügelten Ticketsystem. Ich muss dreimal umsteigen, erklärt mir jemand. Dann werde ich weitergereicht, und zwar vom Ticketschalter zum Buskontrolleur und wieder zum nächsten Bus, und noch einmal reicht mich jemand zum Kollegen des nächsten Busses bis man mir an der vierten Station mit Händen und Füßen klarmacht: Jetzt aussteigen, du bist am Ziel.

Chaotisch ist der Verkehr, aber alles andere als hektisch, schließlich wechseln sich hier alle möglichen Gefährte ab: eine gemächliche Fahrradrikscha, ein knatterndes Moped, ein klappriges Fahrrad, noch ein Fahrrad, eine bunt geschmückte Pferdekutsche, ein Moped, noch ein Moped, ein Auto … Es knattert, es wiehert, es poltert.

Wasserbecken des Waterkasteels - jetzt ohne badende Hofdamen

Wasserbecken des Waterkasteels – jetzt ohne badende Hofdamen

Die Stadt ist voller Paläste, von prächtig bis verfallen. Absolut sehenswert ist die Ruine des Wasserschlosses Taman Sari, von der aus man auf den Felsen sitzend den Sonnenuntergang samt Ausblick auf die Stadt bestaunen kann. Ich gehe durch unterirdische Bogengänge, die einem Erdbeben vor Hunderten Jahren standgehalten haben, und entdecke die faszinierenden Wasserbecken, aus denen sich der Sultan, so erklärt es mir ein Indonesier, von Tag zu Tag und nach Lust und Laune eine der badenden Hofdamen herausgewinkt hat. Man ahnt, welcher Zauber das so genannte Waterkasteel einst umgab.

Der imposante Borobudur

Der imposante Borobudur

Frühmorgens, und damit meine ich wirklich frühmorgens um halb vier Uhr, holt mich ein Guide vom Tour-Unternehmen Via Via auf dem Motorrad ab und wir fahren zum Weltkulturerbe Borobudur. Das weltweit größte buddhistische Moment, das nach einem Vulkanausbruch mal locker 1000 Jahre verschüttet war. Und zum Glück wieder ausgegraben wurde! Einen ersten Blick werfe ich während des Sonnenaufgangs auf das gigantisch große Bauwerk von einem Hügel aus (zusammen mit circa 20 anderen Touristen), dann fahren wir zum Tempel und ich erklimme die vielen Stufen und Ebenen des Artefakts – zusammen mit etlichen einheimischen Touristen.

misses-Tipp: Im Adhistana Hotel im kleinen Traveller-Viertel rund um die Jl. Prawirotaman lässt es sich in sauberen, hübsch eingerichteten Zimmern sehr komfortabel und trotzdem verhältnismäßig preiswert übernachten, wenn man Lust auf etwas Komfort hat.

Warung mit bestem Seafood

Warung mit bestem Seafood

misses-Tipp: Streetfood im Warung der Straßenkreuzung Jl. Parangtritis / Jl. Mayjend Sutoyo, zur Straße hin verdeckt mit einer Plane, auf der Meeresfrüchte und Hähne abgebildet sind. Hier hab ich mit Abstand das beste Essen auf meiner Indonesienreise serviert bekommen und hatte noch dazu einen lustigen Abend mit den Einheimischen.